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EINE VERRÜCKTE IDEE

Orden? Eintreten? Ich? Armut, Gehorsam, Ehelosigkeit? Eine verrückte Idee! Hinter Klostermauern, weit weg aus der Welt? Und wer tritt heutzutage noch in einen Orden?

Mag schon sein, und die Fragen muss jeder für sich beantworten. Und doch sollten Sie den Gedanken nicht so schnell beiseite schieben, denn er war doch da. Sie haben sich doch überlegt, wie ein Leben in einer Gemeinschaft aussehen könnte. Sie hatten doch irgendetwas gesucht.

SUCHE

Wir wissen zwar nicht wirklich, was Ihnen durch den Kopf geht. Doch wir spekulieren einfach mal: sie wollen wahrhaftiger leben, eine größere Nähe zu Gott. Sie wollen Jesus nachfolgen, den Menschen helfen und die Welt ein bisschen besser machen. Sie sind mit Ihren ganz persönlichen Prioritäten nicht zufrieden, mit den Werten, die Ihren Alltag bestimmen. Sie haben das Gefühl, noch nicht den passenden Platz für Ihre Vorstellungen von gelebtem Glauben gefunden zu haben. Sie möchten keine Kompromisse mehr machen, sondern radikal im Evangelium leben. Irgendwie suchen Sie ein anderes christliches Leben.

Sie finden sich darin wieder? Dann lernen Sie uns kennen, Sie werden überrascht sein. Werfen Sie Ihre alten Bilder und Klischeevorstellungen von Orden und Ordensleben über Bord, haben Sie Mut und schwimmen Sie gegen den Strom. Soll heißen: Melden Sie sich bei uns, kommen Sie mit uns ins Gespräch. Es lohnt sich, das können wir Ihnen in jedem Fall versprechen.


SCHRITTE IN DEN ORDEN

KENNENLERNEN

Der einfachste Weg, mit uns Kontakt aufzunehmen, ist ein Telefonat oder ein E-Mail. Wir würden uns sehr freuen über eine Begegnung mit Ihnen. Wir wären mindestens so neugierig auf Sie wie Sie auf uns. Wir könnten uns austauschen. Sie könnten überprüfen, ob Sie das, was Sie suchen, bei uns vielleicht finden. Und wir könnten Ihnen die Gemeinschaft der "Schwestern vom Guten Hirten", ihre Spiritualität und ihre Vorstellungen von Ordensleben näher bringen.

Wenn die "verrückte Idee" "möglicher Ordenseintritt" dann immer noch da ist, sind Sie eingeladen: zu Festen der Gemeinschaft, zu weiteren Begegnungen mit Schwestern und Gesprächen über Ihre Eindrücke, Ihre Gefühle und auch über Ihre Zweifel.

Irgendwann kommen Sie vielleicht zu einer Entscheidung: Sie fühlen sich berufen, Sie möchten das Leben einer Schwester vom Guten Hirten ausprobieren. Sie wollen den Alltag der Gemeinschaft kennenlernen, den Rhythmus, das Zusammensein und das Zusammenbeten.

In Absprache mit der Provinzleiterin wird daraufhin Ihr Eintritt vorbereitet. Das kann unterschiedlich lange dauern – nicht zuletzt hängt dies auch von Ihren persönlichen Vorraussetzungen ab. Sie sollten in der Regel zumindest über ein abgeschlossenes Studium oder eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen, besser noch einige Jahre Berufserfahrung mitbringen.

INTEGRATION

Uns ist es wichtig zu betonen, dass jede Frau, die sich der Gemeinschaft anschließt, die Gesamtgemeinschaft verändert. Sie bringt Ihr Ureigenes, Ihre Talente, Ihre Erfahrungen und Ihre Vorstellungen von Kirche, Glauben und Spiritualität mit. Und um es klar zu sagen: das ist auch erwünscht. Doch es erfordert von allen Seiten die Bereitschaft zur Integration. Wir müssen uns auf Sie und in hohem Maße Sie sich auf uns einstellen. Ein neues soziales Umfeld, eine neue Arbeitsstelle, das regelmäßige Gebet und die Meditation, der neue Tagesrhythmus – Dinge, an die Sie sich gewöhnen werden müssen.

In Deutschland können Sie sich offiziell der Gemeinschaft "Schwestern vom Guten Hirten" anschließen. Ihre Ansprechpartnerin ist Schwester Gudula Busch RGS (Mail: gudula.buschguterhirte.de).

Die Zeit der Kandidatur wird in der Regel in Deutschland verbracht.

NOVIZIAT

Der Kandidatur schließt sich das Noviziat an, das durchschnittlich zwei Jahre dauert. In dieser Zeit haben Sie die Möglichkeit, ein wirkliches Mitglied der Gemeinschaft zu werden, in die neue Aufgabe von innen hineinzuwachsen. Je nach sprachlichen Vorkenntnissen verbringen Sie Ihr Noviziat im englischen oder französischen Ausland.

Die größte Herausforderung wird es sein, für sich persönlich herauszufinden, was es heißt, eine "Gute Hirtin" zu sein. Das Motto unserer Gründerin, der hl. Maria Eufrasia Pelletier, "Ein Mensch ist mehr wert als die ganze Welt" durchzieht alles: Arbeit und Spiritualität, das tägliche Leben innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft.

Schon während der Noviziatszeit gilt es einzuüben, die eigene Glaubenspraxis, das Gemeinschaftsleben und den Beruf – wenn auch in Teilzeit - in Einklang zu bringen. Persönliche Begleitung und regelmäßige Treffen werden Ihnen helfen, den eigenen Weg zu reflektieren und der Berufung nachzuspüren, um zu einer Entscheidung zu gelangen: "Will ich diesen Weg als Schwester vom Guten Hirten in der Gemeinschaft weitergehen und mich für bestimmte Zeit an Gelübde binden oder nicht?"

GELÜBDE

Wenn Sie sich zum Ablegen der Gelübde entschlossen haben, beginnt die Juniorratszeit, die normalerweise 5-6 Jahre dauert. In dieser Zeit werden Sie Ihre Berufung weiter vertiefen. Sie werden zunehmend Ihren Platz in der weltweiten Gemeinschaft der Schwestern vom Guten Hirten finden.

Sie werden immer wieder die Gelegenheit haben, "Auszeiten" von der beruflichen Tätigkeit zu nehmen, um anstehenden Fragestellungen ungestört und intensiv nachzugehen. Dazu gehört auch zumeist ein längerer Aufenthalt in einer anderen Kultur, um das Bewusstsein zu erweitern und mehr interkulturelle Kompetenz zu erlangen.

Immer wenn die zeitlichen Gelübde ablaufen, wird erneut ausgewertet, ob dieser Weg für Sie stimmig ist und ob es wirklich das ist, was Sie wollen. Diese Standortbestimmungen sollen Ihnen den Weg bereiten, um eine endgültige Entscheidung zu treffen: Will ich mich ewig an Gott in der Gemeinschaft binden? Wenn Sie dies bejahen, folgt nach einer intensiven Vorbereitungszeit die Ewige Profess, die ein großes Geschenk für alle ist, denn ein Leben als Schwester vom Guten Hirten ist die radikale Antwort auf einen Ruf Gottes und eine "versöhnende Präsenz" im Herzen einer verwundeten Welt.