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Schwester Maria Euphrasia wurde am 31. Juli 1796 als Rosa Virginia
Pelletier auf der kleinen französischen Insel Noirmoutier
(Vendée) geboren.
Mit 14 Jahren kam sie in ein Mädchen-Pensionat in Tours. Hier
lernte sie das Haus der Schwestern "Unserer Frau von
der Liebe" kennen, eine Ordens-gemeinschaft, die sich
besonders um Mädchen und Frauen kümmerte, die durch die
sozialen Verhältnisse der Zeit in Not geraten waren. 1814 trat
Rosa Pelletier in den Orden ein und erhielt den Namen Maria von
der heiligen Euphrasia. Die ersten Jahre ihres Ordenslebens waren
dem Apostolat bei Mädchen und Frauen gewidmet.
Mit 29 Jahren wurde sie zur Oberin ernannten. Unter ihrer Leitung
nahmen das Leben und das Apostolat der Gemeinschaft neuen Aufschwung.
Auf Bitten des zuständigen Ortsbischofs gründete Schwester
Maria Euphrasia 1829 ein Haus in Angers. Mit fünf
Schwestern begann sie ihre Arbeit in den Räumen einer verfallenen
Kattun-Fabrik und gab der neuen Niederlassung den Namen "Haus
vom Guten Hirten". Junge Frauen aus ganz Europa fühlten
sich von ihrem Charisma angezogen und traten in die Gemeinschaft
ein.
In Angers erkannte Schwester Maria Euphrasia,
daß die Häuser vom Guten Hirten nur durch enge Zusammenarbeit
überleben würden. Sie erwog deshalb, die Häuser "Unserer
Frau von der Liebe" unter einem Generalat zu vereinen und so
das Nebeneinander in ein Miteinander zu verwandeln. Nach vielen
Schwierigkeiten wurde 1835 das Generalat bestätigt.
Die neue Kongregation erhielt den Namen "Unsere Frau von der
Liebe des Guten Hirten von Angers".
Schwester Euphrasia wurde zur ersten Generaloberin gewählt.
Ihr Wahlspruch lautete: "Unsere Liebe muß die ganze Welt
umfassen."
Die Kongregation entwickelte sich in der Tat weltweit. 1838 entstand
das erste Haus in Rom, es folgten Namur und Mons in Belgien, München
(1840) und Aachen (1848) in Deutschland, London, Glasgow und Bristol
in England und schließlich Louisville im amerikanischen Bundesstaat
Kentucky. 1864 zählte die Kongregation acht Provinzen, 92 Häuser,
1868 Schwestern und 349 Novizinnen.
Weil Maria Euphrasia erlebte, daß menschliche
Fähigkeiten und Anstrengungen allein nicht ausreichten, den
durch ihre Lebensgeschichte verletzten Frauen und Mädchen Heilung
zu bringen, gründete sie einen kontemplativen Zweig
innerhalb der Gemeinschaft. Die kontemplativen Schwestern vom Guten
Hirten unterstützen durch ihr Gebet und ihr zurückgezogenes
Leben die Bemühungen der Schwestern, die im direkten Apostolat
stehen.
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