Neue Hoffnung
durch die "Hands-of-Hope"
Ich stamme aus einem kleinen Dorf im Nordosten
Thailands nahe der Grenze zu Laos. Als mein Mann und ich entdeckten,
dass wir beide aidskrank sind, war das ein schwerer Schlag. Natürlich
sickerte die Nachricht auch in unserem Dorf durch - man sah es uns
ja an, weil wir immer schwächer wurden - und wir spürten
schmerzlich, wie die anderen Dorfbewohner, selbst Verwandte und
gute Bekannte, sich von uns distanzierten.
Da stießen wir auf andere Aidskranke aus
dem Nachbardorf, die uns vom Freundschaftszentrum der Schwestern
vom Guten Hirten erzählten. Sie machten uns mit den Schwestern
bekannt, und bald kam ein Krankenpfleger, der mit uns ins Krankenhaus
zu den erforderlichen Tests fuhr - es gibt keine Busverbindung von
unserem Dorf zu der nächsten Stadt, in der ein Krankenhaus
ist. Aufgrund der Tests erhielten wir auch die notwendigen Medikamente,
die vom Staat bezahlt werden. Damit wir sie in den richtigen Zeitabständen
einnehmen konnten, schenkte uns Sr. Pranee eine Armbanduhr. Sie
lud uns auch ein, am nächsten Samstag ins Freundschaftszentrum
zu kommen.
Wir wurden mit einem offenen Bus, der all die
Dörfer abfuhr, abgeholt und trafen im Zentrum auf eine Gruppe
aidskranker Männer, Frauen und Kinder, letzte meist mit ihren
gesunden Großmüttern. Obwohl wir fremd waren, fühlten
wir uns angenommen.
Der Tag begann mit einem Lied und einer Meditation
Dann konnten wir uns entscheiden, an welcher Aktivität wir
teilnehmen wollten. Ich ging zu der „Hands-of Hope“-Gruppe,
von der unsere Bekannten uns erzählt hatten; mein Mann schloß
sich den Töpfern an. Die "Hands-of-Hope"-Gruppe machte
wunderschöne Karten. Man lud mich ein, aus Saa-Papier Blätter
für die Lotusblüten zu schneiden. Die Farben konnte ich
selbst auswählen. Ich kenne ja die verschiedenen Farben der
Lotusblüte, unserer Nationalblume.
Am Mittag aßen wir zusammen in Gruppen auf
dem Boden der überdachten Terrasse. Die Schwestern hatten für
die Mahlzeit gesorgt. Schließlich trafen wir uns im großen
Saal zum Singen, Tanzen und Erzählen. An den Wänden waren
die Fotos der Menschen aus der Gruppe, die in den vergangenen Jahren
an ihrer Krankheit gestorben ware. Sie blieben mitten unter den
Lebenden.
Am Nachmittag wurden wir dann wieder mit den Bussen
in unser Dorf gebracht. Es war ein ereignisreicher Tag! Ich hatte
Freunde gefunden, und mein Leben war heller und hoffnungsvoller
geworden.
In der folgenden Zeit besserte sich mein Gesundheitszustand
durch die regelmäßigen Medikamente, und ich konnte dreimal
in der Woche ins Zentrum fahren und in der „Hands-of-Hope“-Gruppe
arbeiten. Als ich kurz darauf schwanger wurde, halfen mir die Schwestern
und ihre Mitarbeiterinnen, vor allem mit den regelmäßigen
Kontrollen im Krankenhaus.Die Gruppe, ganz gleich ob Christen oder
Buddhisten, unterstützte mich mit ihrem Gebet. Das gab mir
viel Zuversicht..
Im Sommer des vergangenen Jahres kam unsere
kleine Tochter gesund zur Welt. Sie geht mit mir zur "Hands-of-Hope"-Gruppe
und ist der Sonnenschein aller, wenn sie in der großen Pappschachtel
sitzt und mit den bunten Papierresten spielt.Freilich wissen wir
immer noch nicht, ob sie sich angesteckt hat oder nicht. Bisher
haben die regelmäßigen Untersuchungen keinen Anlaß
zur Besorgnis gegeben. Nachdem unser Leben aus der Ausweglosigkeit
eine so positive Wende genommen hat, vertrauen wir darauf, dass
unsere Tochter von der HIV-Infektion verschont blieb, und wir hoffen,
dass wir noch lange mit ihr zusamen sein können..
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