Nach der Sintflut
Schwestern helfen nach der Katastrophe in Indien



Schwestern vom Guten Hirten im indischen Bundesland Kerala verteilen Lebensmittel an die von den schweren Überschwemmungen betroffenen Menschen .

Rund 1 Million Menschen wurden vertrieben und über 400 Menschen starben bei den schlimmsten Monsun-Überschwemmungen seit einem Jahrhundert im Südwesten Indiens, die besonders den Bundesstaat Kerala heimsuchten. Anfang August 2018 hatten heftige Regenfälle und Sturzfluten dazu geführt, dass Flüsse über die Ufer traten und fast drei Dutzend Staudämme brachen, was beispiellose Zerstörungen und umfangreiche Schäden auf Feldern und an den Häusern zur Folge hatte.
Eine solche Naturkatastrophe gab es seit Jahrzehnten nicht. Schwester Therese Meera, die Provinzleiterin Südwest-Indien, berichtete von der schrecklichen Situation für die Menschen, einschließlich der Schwestern vom Guten Hirten und deren Familien. Die Schwestern sind in Sicherheit, aber eines der Häuser steht unter Wasser. Die Schwestern zogen mit Hilfe von Pfarrmitgliedern in das Haus einer befreundeten Familie.
Auch wenn das Hochwasser mittlerweile zurückgegangen ist, brauchen die betroffenen Menschen immer noch dringend Hilfe. Tausende von Familien, die der Katastrophe entgingen, müssen sich erholen. Viele verloren ihr gesamtes Hab und Gut. Ihre Häuser wurden durch Erdrutsche zerstört oder ganz einfach von den Wassermassen wegspült. Schwestern vom Guten Hirten aus allen Kommunitäten der Region Kerala helfen in vielerlei Hinsicht den betroffenen Menschen und arbeiten daran, sie in Alapuzha, Wayanad und Thrissur beim Wiederaufbau zu unterstützen. Die Hilfe gilt vor allem den- jenigen, die sich in entlegenen Gebieten befinden, wo die nationale und internationale Hilfe kaum hinkommt.

Die Mehrheit der betroffenen Menschen sind Kleinbauern, die in den Tälern leben und Kaffeeplantagen hatten. Eine große Anzahl verlor ihren Lebensunterhalt durch die Zerstörung der Plantagen und des Ackerlands. Das trifft sie besonders hart, weil die Ernte verloren ging und der Verdienstausfall nicht durch andere Erwerbsmöglichkeiten ausgeglichen werden kann. Infrastrukturen, Gesundheitszentren, Schulen und Häuser wurden stark beschädigt oder sind völlig zerstört. Der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen ist ebenfalls ein Problem. Die Schwestern brauchen Hilfe, um ihren Einsatz zu finanzieren, da sie direkt auf die Sorgen und Nöte von Hunderten von Familien eingehen. Sie haben mit der Regierung die Hilfsarbeiten koordiniert und eine schnelle Umfrage durchgeführt, um die dringendsten Bedürfnisse der Dorfgemeinschaften zu ermitteln. Dazu gehören Haushaltsgeräte, Möbel, Kinderbetten, Matratzen, Schuluniformen und Bücher für Kinder, Saatgut für die Bauern, und Geld für Selbsthilfegruppen. Weiter leisten die Schwestern Beratung und psychologische Unterstützung, besonders für ältere Menschen, Frauen und Kinder, die ein Trauma erlitten haben. Sie helfen denjenigen, die vor den Überflutungen fliehen mussten, in ihre Häuser zurückzukehren, sie machen den Menschen Hoffnung und versuchen, den Bauern einen Neuanfang zu ermöglichen.