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Gerechtigkeit statt Almosen
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Vor 30 Jahren wurden sogenannte "Dritte-Welt-Läden"
noch belächelt; heute ist es nichts Ungewöhnliches mehr,
Artikel im Eine-Welt-Laden zu kaufen. Aber es geht nicht nur um Kaffee,
Reis, Gewürze oder Kleidung, sondern um bessere Chancen für
die Menschen in den Entwicklungsländern, um faire Preise und
nicht zuletzt um Bewusstseinsbildung in den reichen Ländern.
Die Schwestern vom Guten Hirten, die in mehr als 70 Ländern der
Welt vertreten sind, begannen in den neunziger Jahren mit dem Aufbau
von Handelsringen, deren Zweck es ist, Produkte aus den Entwicklungsländern
zu verkaufen. In vielen dieser Länder unterhalten die Schwestern
Schulen, Ausbildungszentren und Werkstätten für junge Mädchen
und Frauen. Da die Absatzmöglichkeiten für die dort hergestellten
Produkte im eigenen Land meist begrenzt sind, kam man auf den Gedanken,
die Produkte in den westlichen Ländern zu verkaufen - ohne große
Organisation und ohne Zwischenhandel. So kommt der Reinerlös
direkt den Mädchen und Frauen zu gute. Den
Anfang machten Australien, die USA und Kanada. Heute beteiligen
sich am "Fairen Handel" Schwestern in Deutschland, den
Niederlanden, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Irland,
Italien, Österreich, Malta, der Schweiz, Portugal, Spanien,
Tschechien und Ungarn. Dem Verein "Sharing Fair Europe"
mit Sitz in den Niederlanden gehören alle europäischen
Provinzen der Schwestern vom Guten Hirten in Europa an.
Sharing Fair hilft
• Menschen aus der Armut zu befreien
• Mädchen und Frauen Bildung, Arbeitsplätze
und gerechten Lohn zu verschaffen
• Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen
• Familien zusammenzuhalten
• Selbsthilfe zu organisieren
• örtliche Entwicklungsprojekte zu finanzieren
• Spar- und Kreditmodelle einzuführen
Sharing Fair gibt Hoffnung!
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| THAILAND
Weberinnen der Hoffnung
Wanapha ist neunzehn. Sie stammt aus einem Bergdorf in der nordöstlichen
Region Thailands, dem Isan. Die Menschen im Isan sind arm. Der karge
Boden gibt nicht viel her, und die meisten Bauern sind froh, wenn
sie wenigstens eine Kuh oder ein paar Hühner und Ziegen besitzen.
Als Wanapha sechzehn war, erschienen fremde Männer im Dorf
und sprachen mit den Familien. Man suche Arbeitskräfte für
die Hotels von Pattaya, sagten sie. Wanaphas Eltern zögerten,
aber dann stimmten sie zu, dass ihre Tochter in die große
Stadt im Süden gehen und Geld für die Familie verdienen
solle.
Der Traum von einem besseren Leben in Pattaya erwies sich als Betrug,
das "Hotel" in dem Wanapha arbeiten sollte, war ein Bordell
für Sextouristen. Sie floh und kam in Kontakt mit den Schwestern
vom Guten Hirten. Der Orden unterhält seit 1981 in Nong Khai
ein Berufsbildungszentrum. "ISAN-Weaving" ist ein Projekt,
das junge Mädchen und Frauen im Weben und im Kunsthandwerk
schult. Alle Auszubildenden finanzieren ihren Lebensunterhalt durch
den Verkauf ihrer Produkte. Sie lernen traditionelle Methoden des
Webens, benützen Naturfarben und stellen Kleidung, Taschen,
und andere Artikel her. Jetzt hat Wanapha einen Ausbildungs- platz
und kann einen Teil ihres Einkommens dazu verwenden, ihre Familie
zu unterstützen.
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KENIA
Der Korb des Moses
Das "Euphrasia-Zentrum" in Nairobi wurde 1995 gegründet.
Es war die Antwort der Schwestern vom Guten Hirten auf die Not junger
Mädchen und Frauen in den Slums von Nairobi. So wie Nanda sind
viele dieser Mädchen Waisenkinder, Opfer von Bürger- kriegen
oder Flüchtlinge. Die wenigsten hatten Gelegenheit, eine Schule
zu besuchen. Nanda wurde mit 15 Jahren von ihrer Familie mit einem
Mann verheiratet, der sie bald nach der Geburt ihres Sohnes verließ.
Sie stand allein da und wurde "wegen der Schande" von
ihrer Familie verstoßen. Nanda versuchte sich durch- zuschlagen,
geriet zeitweise in die Fänge von Mädchenhändlern
und stieß dann per Zufall auf die Schwestern vom Guten Hirten.
"Die haben mich und mein Kind gerettet", sagt Nanda heute.
Im "Euphrasia-Zentrum" erhielt Nanda eine Schulausbildung
und lernte das traditionelle Handwerk des Korbflechtens. So wie
sie werden jährlich rund 40 Mädchen und Frauen betreut
und ausgebildet. Von dem Erlös ihrer Handarbeit kann Nanda
heute für sich und ihren Sohn sorgen. Sie ist sehr geschickt
und hat schon eine klare Zukunftsperspektive: Sie möchte selber
Ausbilderin im Euphrasia-Zentrum werden und anderen Mädchen
helfen. "Beim Flechten denken ich immer daran, dass es auch
nur ein kleiner Korb war, der Moses vor dem Ertrinken gerettet hat,"
sagt sie lächelnd. |
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PARAGUAY
Muster des Lebens
Brigida und Digna arbeiten in einer Frauengruppe in Asuncion. Sie
fertigen "Ñandutí" - feine Kunsthandwerksarbeiten
mit Spitze. Im 16. Jahrhundert wurde diese Technik von den Spaniern
eingeführt und von den Guarani-Indios übernommen. Eine
kunstvolle Arbeit, die heute meist schlecht bezahlt wird. Also riefen
die Schwestern vom Guten Hirten das Programm "Teko Joja"
ins Leben, um armen Künstlerinnen einen fairen Preis beim Verkauf
ihrer Produkte zu garantieren und die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft
zu verhindern. Teko Joja bietet 280 Frauen die Möglichkeit,
ihre Fähigkeiten und Begabungen zu nutzen und vom Erlös
ihrer Arbeit sich selbst und ihre Familien zu ernähren. Sie
fertigen Tischdecken, Bezüge und Kleidung. Es gibt 72 verschiedene
Muster, die aus der Erfahrungswelt der Indios stammen und in leuchtenden
Farben auf den Stoff appliziert werden.
Viele der Frauen sind alleinerziehende Mütter oder Alleinverdiener.
Brigida ist zudem nach einem Unfall körperbehindert und hat
auf dem normalen Arbeitsmarkt keine Chande. Für Digna, die
bereits seit acht Jahren für "Teko Joja" arbeitet,
geht es um mehr als nur um den Lebensunterhalt: "Dass wir die
traditionellen Handarbeiten unserer Volkes in aller Welt verkaufen
können, macht uns stolz. Jetzt können wir den jungen Leuten
sagen: Seht ihr, es lohnt sich, fleißig zu sein." |
PHILIPPINEN
Arme helfen Armen
Teresita leitet die Näherei der Kooperative Alay-Kapwa Kristiyaning
in Manila. Zusammen mit anderen Frauen fertigt sie Taschen aus Plastikfolien,
die andere auf den Müll geworfen haben. Die bunten Plastikreste
werden aneinandergenäht und ergeben schließlich die poppige
"Außenhaut" der Taschen. Teresita erinnert sich:
"Früher war ich sehr schüchtern. Wenn man in einem
Armenviertel aufwächst, hat man wenig Selbstvertrauen. Dann
bin ich der Kooperative beigetreten und fasste endlich Mut. Wir
Frauen warten nicht mehr darauf, dass unsere Männer Geld nach
Hause bringen und uns etwas davon abgeben. Wir arbeiten gemeinsam,
legen unser Geld zusammen und sorgen für unsere Familen, für
das tägliche Essen und das Schulgeld."
In den 25 Jahren seit Gründung der Kooperative haben die Schwestern
gemeinsam mit den Frauen nicht nur einen Beitrag zur Verbesserung
des Lebensbedingungen von Hunderten von Familien geleistet, sondern
den Menschen in den Slums von Manila Wege gezeigt, sich selbst zu
helfen und dem Teufelskreis von Armut, Verzweiflung, Drogen und
Verbrechen zu entkommen. "Arme helfen Armen" - das war
der Schlüssel zum Erfolg. Inzwischen zählt die Kooperative
über dreitausend Mitglieder, die Lebensmittel, Seife, Kerzen
und viele andere Dinge aus Recycling-Material herstellen. |
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| Diese peppige
Umhängetasche wurde von Frauen auf den Philippinen aus Recycling-Material
gefertigt. |
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Weitere
Produkte stellen
wir Ihnen hier vor.
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Wie Sie helfen können
Für Tausende von Frauen und Mädchen
auf der ganzen Welt wird durch "Sharing Fair" ein neues
Leben möglich. Sie können auf einfache, konkrete und wirksame
Weise dazu beitragen!
• Sie kaufen die Arbeiten der Frauen und
Mädchen und werben bei Freunden und Bekannten dafür.
• Sie kaufen Geschenke, z. B. für Mitarbeiter und Kunden.
• Sie geben uns die Möglichkeit, unsere Waren in ihrer
Institution, auf Festen, Messen, Basaren usw. zu verkaufen.
• Sie verkaufen die Waren für uns oder stellen sie für
uns aus, z. B. in einer Vitrine.
• Sie machen unser Kindersortiment in Kindergärten, Schulen,
Therapie-Einrichtungen usw. bekannt.
• Sie spenden für unsere Selbsthilfeprojekte.
• Sie unterstützen uns bei Sharing Fair als ehrenamtliche
Mitarbeiter. |
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