Orden der Schwestern zum Guten Hirten

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Augenzeugin: „Ich musste ansehen, wie Menschen erschossen wurden“

Verletzung der Menschenrechte, Kriegsverbrechen: Die Vereinten Nationen sehen mit großer Sorge auf Myanmar. Eine gute Freundin hat den Schwestern vom Guten Hirten einen drastischen Bericht aus erster Hand geschickt – und bittet um Gebet für ihr Volk.

„Seit dem Militärputsch am 1. Februar 2021 haben wir nicht aufgehört zu weinen.“ Per Mail hat uns in den letzten Tagen der Bericht einer Augenzeugin erreicht, die den Schwestern vom Guten Hirten in Deutschland seit Langem bekannt ist. Weil sie Verfolgung und Vergeltung des Regimes fürchtet, bleibt ihr Name hier ungenannt. Aus ihren Zeilen sprechen Enttäuschung und Schmerz über die Vorgänge im Land: „Jeder hier ist voller Tränen, Wut und Angst, denn wir wussten bereits am Tag des Putsches, wie unsere Zukunft aussehen würde.“

Vereinte Nationen vermuten Kriegsverbrechen

Nur wenige unabhängige Nachrichten dringen aus Myanmar heraus, seit das Militär im letzten Jahr die Macht im Land an sich gerissen hat und die gewählte Regierungschefin Aung San Suu Kyi inhaftiert wurde. Vor wenigen Wochen veröffentlichte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte einen neuen Bericht zur Situation im Land. Der Verdacht: Kriegsverbrechen an der eigenen Bevölkerung.

Zu den Taten der Militärs gehörten die Bombardierung von Wohngebieten. Menschen würden erschossen, verbrannt und gefoltert. Mindestens 1.600 Gegnerinnen und Gegner des Regimes seien getötet worden, über 12.500 wurden festgenommen, gibt die Deutsche Presse Agentur aus dem Bericht wieder.

Augenzeugin: „Sie bombardieren auch die Kirchen“

Auch unsere Freundin beschreibt die Taten des Regimes: „Ich habe immer noch vor meinen Augen, wie Menschen ermordet wurden, wie sie entführt wurden, wie die 5-Jährige vor den Eltern erschossen wurde, wie die im neunten Monat schwangere Frau getötet wurde.“ Sowohl Einzelpersonen als auch Personengruppen seien lebendig verbrannt worden. Darunter auch ein 3-jähriges Kind. Jungen und Mädchen würden durch Gruppen von Soldaten vergewaltigt, schildert die Frau in ihrer Mail. „Die Besitztümer unseres Volkes werden vom Militär fast aus allen Häusern genommen, und danach brennen sie die ganze Städte und Dörfer nieder.“

Das Vorgehen des Militärs mache ein Vorgehen gegen die Coronapandemie fast unmöglich: „Den Menschen wurde kein Sauerstoff verabreicht, während sie mit der Delta-Variante kämpften“, so die Augenzeugin. Ärzte und Krankenschwestern seien entführt worden. Die genauen Zahlen der Getöteten und Inhaftierten seien auch im Land unbekannt.

Das ganze Land sei wie ein vertriebenes Volk. „Wir müssen von Ort zu Ort rennen, um dem Artillerieangriff, den Luftangriffen der Düsenjäger und den Bomben zu entkommen.“ Menschen, die zu den nächstgelegenen Kirchen laufen, um Zuflucht zu suchen, fänden auch dort keinen Schutz: „Sie bombardieren auch die Kirchen.“

Verlangen nach Wahrheit, Frieden und Gerechtigkeit

Sichtlich schwer fällt es unserer Freundin, Worte für das zu finden, was sie sehen und erleben musste. „Die Wahrheit und die militärische Macht befinden sich auf zwei verschiedenen Seiten“, schreibt sie. „Das Militär will nicht aufgeben, weil es die Macht liebt. Leider zahlen Zivilisten ihr Leben für die Wahrheit. Mit wie vielen Leben müssen wir bezahlen? Wir wollen Gerechtigkeit. Wir wollen Fairness und wir wollen Wahrheit.“

Am Ende ihrer Mail bittet unsere Freundin um Gebet und Solidarität: „Bitte seid eins mit dem Volk von Myanmar und betet für die Wiederherstellung von Frieden und Gerechtigkeit.“

Das Regime in Myanmar und die Ukraine

Während nach der russischen Invasion in der Ukraine auch von dort ähnliche Berichte dringen, wie der unserer Augenzeugin, hat sich das Regime in Myanmar an die Seite Russlands gestellt. Der Krieg gegen die Ukraine sei „gerechtfertigt“. Russland zeige sich der der Welt als Weltmacht, so ein Sprecher des Regimes laut Agence France-Presse. Russland ist laut Bericht der größte Waffenlieferant und Verbündeter des Militärs von Myanmar.

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(my)

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