Orden der Schwestern zum Guten Hirten

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Die Lücken schließen: Fünf-Jahres-Plan gegen Hunger und Armut

Berufsbildung, Gesundheit für Säuglinge und Mütter und eine Initiative, die Bauern Zugang zum Markt verschafft: In Mosambik und Angola wollen die Schwestern vom Guten Hirten das Leben von 200.000 Menschen verbessern.

Seit 1963 unterstützen die Schwestern vom guten Hirten Mädchen, Frauen, Kinder und ihre Familien in Angola. Seit 1995 in Mosambik. Seitdem haben die Schwestern ihr Arbeit vor Ort immer wieder überprüft, verbessert und neue professionell geführte Programme entwickelt. Unterstützt wurden sie dabei von der Good Shepherd International Foundation, der internationalen Stiftung der Schwestern vom Guten Hirten.

Ein Fünf-Jahres-Plan für Menschenwürde

Alphabetisierung von Erwachsenen, formelle und informelle Bildung sowie Gesundheitsfürsorge für Mütter und Kinder stehen ganz oben auf der Agenda der Gemeinschaft vor Ort. Seit 2015 existieren Programme für Berufsbildung, es werden Mikrokredite vergeben und die Gemeinden bei ihrer Entwicklung unterstützt. Im Jahr 2019 starteten die Schwestern in Angola und Mosambik einen Fünf-Jahres-Strategieplan zur Bekämpfung von Hunger und Armut in den Gemeinden, in sie arbeiten. Bis 2023 – wenn die Gemeinschaft ihr 60-jähriges Bestehen in Angola feiert – will der Plan die folgenden vier Ziele erreichen:

  • Verbesserte soziale Schutzsysteme und Bedingungen für die Rechte von Frauen, Kindern und Jugendlichen
  • Verbesserter Zugang zu Gesundheit und Bildung für Frauen und junge Menschen
  • Verbesserte Nachhaltigkeit durch Subsistenz und wirtschaftliches Empowerment von Frauen und ihren Familien
  • Verbesserte organisatorische Kompetenz im Projekt- und Sozialreaktionsmanagement

Am Ende soll der Fünf-Jahres-Plan das Leben von 200.000 Menschen verbessern und ihre Würde wiederherstellen – darunter 20.000 Kinder und Frauen, die in extremer Notlage leben.

Im Susan-Marie-Chia-Zentrum ist der Plan schon Realität

Was an allen Standorten im Jahr 2023 umgesetzt werden soll, ist im Susan-Marie-Chia-Erwachsenenbildungs- und Berufsbildungszentrum in Talatona, Luanda, Angola, schon verwirklicht. Das 2016 eröffnete Zentrum bietet Alphabetisierungskurse und Schulungen in den Bereichen Kochen und Backen, Schneidern und Informatik, Musik, Englisch und Schulunterstützung an. Das Zentrum vergibt auch Mikrokredite und vermittelt auf den Arbeitsmarkt. Jedes Jahr besuchen durchschnittlich 600 SchülerInnen das Zentrum. In diesem Jahr konnten zwischen Januar und April 198 Personen erfolgreich in den formellen und informellen Arbeitsmarkt integriert werden.

Wie kommen die Bauern zum Markt?

Seit 2020 zielt ein Pilotprojekt darauf ab, die Lücke zwischen den lokalen Bauern und den Märkten zu schließen. Die Initiative für Landwirtschaft und Sozialunternehmen arbeitet mit gefährdeten Familien durch städtische und ländliche Landwirtschaft auf kleinem Raum. Gilberto Tomé, der Betriebsleiter des Projekts, der in Kuba zum Agronomen ausgebildet wurde, arbeitet mit Schwestern, Laienpartnern, Projektteilnehmern und angestellten Mitarbeitern zusammen, um Gewächshäuser, Tanks und – angesichts der langen Dürreperioden – ein Bewässerungssystem zu installieren.

In den kommenden Jahren soll diese Initiative auch auf die Gemeinde Camabatela, in der Provinz Cuanza Norte, ausgeweitet werden.

Für die Menschen vor Ort: Medizinische Hilfe und berufliche Ausbildung

Hier, im Norden Angolas, bieten die Schwestern seit 1997 Gesundheitsdienste im Zentrum für Säuglings- und Müttergesundheit an. Die Dienste werden zu erschwinglichen Kosten oder kostenlos für bedürftige Menschen, die in den nahegelegenen Städten und der Umgebung leben, angeboten. Das Zentrum betreut jährlich über 400 Geburten mit insgesamt durchschnittlich über 4.000 PatientInnen.

Neben dem Gesundheitszentrum bietet ein professionelles Ausbildungszentrum Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit, an Kursen in Musik, Informationstechnologie, Alphabetisierung und Englisch teilzunehmen – mit 55 Schülern pro Tag. Einige der Schüler, die das Zentrum besuchen, sind gezwungen, weite Strecken zu Fuß zurückzulegen, da es in ihrer Umgebung keine Bildungseinrichtungen gibt. Während dieses Fußmarsches sind sie der Gefahr von Angriffen durch wilde Tiere, Sexualverbrechern und anderen Bedrohungen ausgesetzt. Bisher hat die Gemeinde Camabatela sie während ihres Studiums aufgenommen und beherbergt, während derzeit an einem neuen Unterkunftszentrum gebaut wird. Allerdings fehlen die Mittel für das Projekt.

Unterstützung aus Deutschland

1997 wurden drei Schwestern nach Mosambik gesandt, um dort unter den Ärmsten die Präsenz der Schwestern vom Guten Hirten zu begründen. Eine der Gründerinnen war Sr. Prameela Perumpally aus Indien, die in Münster in den Orden eingetreten war. Seit dem Jahr 1999 unterstützen die Schwestern in Deutschland bereits diese Gründung. 

Als im Jahr 2003 Schwestern vom Guten Hirten in den Ort Blomberg in der Nähe von Bielefeld gingen, übernahm die dortige Pfarrei die Patenschaft für die Projekte in Mosambik. Seit dieser Zeit gehen die Erlöse der Sternsingersammlung Jahr für Jahr nach Mosambik – bis heute. Die Kontaktperson vor Ort ist Sr. Eva Ribeira, eine Portugiesin.

(my/Good Shepherd Newsletter No. 310,311; mit Material von Sr. Daniela Kubiak)

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